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Thema: SSV-Leichtathleten beim Transalpin-Run
Termin:  29.08. – 05.09.2015
Ort: Allgäuer Oberstdorf

Am Samstag, den 29.08.2015 fällt um 10:00 Uhr im der Startschuss zum 11. GORE-TEX TRANSALPINE-RUN, der wohl anspruchvollsten Mehrtages-Laufveranstaltung Europas.
Unter den 340 gemeldeten Damen-, Herren- und Mixedteams aus 31 Nationen der ganzen Welt sind auch zwei Leichtathleten der SSV Eintracht Naumburg. Ralf Neubauer (49 J.) und Michael Strenzke (52 J.) sind zusammen über hundert Jahre alt und starten mit Startnummer 49 unter dem Teamnamen „Naumburger Meister“ in der Wertungskategorie Senior Master Men, auf deutsch: „Alte Herren“. Für beide ist es der Höhepunkt ihres bisherigen Läuferlebens, denn auf acht Etappen von Nord nach Süd durch die Alpen sind rund 268 Kilometer und 16.310 Höhenmeter im Aufstieg und 14.532 Höhenmeter im Abstieg zu absolvieren.

Der Veranstalter ist erfahren und sichert eine perfekte Organisation zu. Für das Startgeld wird täglich eine Unterkunft im Läufercamp, der Gepäcktransport, bei Bedarf auch medizinische Erstversorgung, die Streckenmarkierung, Zeitnahme und Verpflegung während und nach den Etappen geboten. Jeden Abend gibt es eine Siegerehrung mit Übergabe der Leadertrikots in den Altersklassen. Was allerdings nicht planbar ist, ist das Wetter.
Die Läufer sind täglich mindestens 4 - 6 Stunden im Hochgebirge mit den bekannten objektiven Gefahren unterwegs. Aus Sicherheitsgründen ist jeder verpflichtet, einen Laufrucksack mit Schlechtwetterbekleidung, 1,5 Liter Getränk und Wegzehrung, sowie je Team ein Handy, eine medizinische Notfallausrüstung und das vom Veranstalter zur Verfügung gestellte Kartenmaterial bei sich zu führen. Während des Rennens dürfen sich die Teammitglieder nicht weiter als hundert Meter oder 2 Minuten voneinander entfernen.

Für Ralf und Michael fiel Anfang Dezember 2014 die Entscheidung, für die Teilnahme. Im Januar 2015 begann dann das ernsthafte Training. Naumburgs Umgebung ist für die Vorbereitung auf so ein Vorhaben nicht ganz ungeeignet. Die absolute Höhe fehlt zwar, aber auf den Lauf- und Wanderwegen zwischen Napoleonstein, Mordtal, Rudelsburg, Katerberg, Pfortenwald und Bismarkturm gibt es einige kurze steile Abschnitte, denen man alpinen Charakter nicht absprechen kann. Man muss sie eben mehrmals aneinander reihen und, auch wenn es schwer fällt, durchlaufen. In den Alpen werden steile Passagen dann nicht mehr gelaufen. Angesichts deren Länge ist oft auch schnelles Gehen angesagt. Ultraleichte, faltbare Stöcke können bergauf die Kraftübertragung und bergab die Entlastung der Gelenke unterstützen.

Leider verlief die gemeinsame Vorbereitung nicht ganz reibungslos. Nach dem erfolgreichen Abschneiden beim Kyffhäusermarathon musste Michael wegen einer Verletzung sieben Wochen pausieren. In diese Zeit fielen auch alle geplanten längeren Vorbereitungsrennen wie das Härtetestwochenende Anfang Mai mit drei regionalen Wettkämpfen nacheinander, der Fichtelberg-Ultralauf über 55 Kilometer Ende Mai und der Zugspitz-Supertrail über 60 Kilometer im Juni. Während Ralf diese notgedrungen alleine, aber mit sehr guten Platzierungen bestritt, hielt sich Michael beim Radfahren einigermaßen fit. Anfang Juli stieg dieser wieder in das Lauftraining ein und konnte eine ansprechende Form aufbauen.

Das Lauftraining ist aber nur ein Teil der Vorbereitung. Gesunde, ausgewogene Ernährung und regelmäßige Regenerationsphasen gehören auch dazu.

Die Wahl der richtigen Trailrunning - Ausrüstung und Bekleidung könnte eine wichtige Rolle spielen. Denkt man jedenfalls. Auch wenn klar ist, dass man selbst laufen muss. Die Bilder vom letzten Jahr zeigen, dass das Teilnehmerfeld gnadenlos aufrüstet. Die Konkurrenz schläft nicht und man taucht irgendwann selbst ein in den Dschungel der Anbieter und neuesten Trends. Früher oder später erliegt man den Werbeversprechen zu Funktionalität, Kompression und ultraleichten Werkstoffen. Die Paketdienste bekamen reichlich zu tun. Komplett neu ausgestattet, dürfte es am Material nun wirklich nicht mehr liegen.

Jetzt fiebern Ralf und Michael dem Start entgegen und sind sich sicher, die auf sie wartenden Strapazen bewältigen zu können. Dabei wird es wichtig sein, sich auf jeder Etappe und insgesamt über die Woche die Kräfte gut einzuteilen. Darüber hinaus setzen sie auf Teamgeist, ihre Erfahrung als Bergsteiger und die damit verbundene mentale Stärke im ausgesetzten Gelände, das zur Not auch bei schlechtem Wetter. Angesichts der vielen Teilnehmer aus den Alpenländern rechnen sie aber nicht mit Spitzenplätzen. Wenn am Ende unter den in der Alterklasse gemeldeten 38 Teams ein Platz in der vorderen Hälfte herausspringt, können sie schon sehr zufrieden sein.

Eines aber ist jetzt schon sicher, diese Woche wird viele tolle Erlebnisse, Emotionen und sicher auch interessante Bekanntschaften mit Läufern aus aller Welt bereit halten.

Ein sehr großer Ansporn ist auch, dass einige Familienmitglieder und Freunde ihre Urlaubspläne so gestaltet haben, dass sie das Team am Schlusstag beim Zieleinlauf in Sulden in Empfang nehmen können.

Weitere Informationen auch unter www.transalpin-run.com. 

Dietmar Bier

Die Tourdaten:

Etappen Distanz Aufstieg Abstieg
       
1. Oberstdorf (D) > Lech a. Arlberg (AUT)  34,6 km 2.083 Hm 1.469 Hm
2. Lech (AUT) > St. Anton a. Arlberg (AUT) 24,7 km 1.899 Hm 2.040 Hm
3. St. Anton a. A. (AUT) > Landeck (AUT) 39,6 km 2.658 Hm 3.133 Hm
4. Landeck (AUT) > Samnaun (SUI)  45,7 km 2.861 Hm 1.829 Hm
5. Samnaun (SUI)  -  Bergsprint 6,2 km 731 Hm 60 Hm
6. Samnaun (SUI) > Scuol (SUI) 37,1 km  2.064 Hm 2.698 Hm
7. Scuol (SUI) > St. Valentin (ITA)  37,8 km 1.633 Hm 1.369 Hm
8. St. Valentin (ITA) > Sulden (ITA) 42,6 km 2.381 Hm 1.934 Hm
       
  268,3 km 16.310 Hm 14.532 Hm

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